DVG-Meldewesen · Kern-Grundkonzept

Betriebsereignis-Management

Erfassung, Disposition und Dokumentation von Betriebsereignissen: ein skalierendes Modell nach VDV 722. Muss stehen, bevor das System aufgesetzt wird.
Kern des Moduls gegen VDV-722-Volltext verifiziert
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Zweck & Leitidee

Ein zusammenhängendes, skalierendes Verhalten

Erfassung, Disposition und Dokumentation sind nicht drei getrennte Features.

Wird das nicht vorab konsistent durchdacht, entstehen entweder überladene Masken für Kleinst-Ereignisse oder unzureichende Strukturen für Großlagen. Beides ist im Betrieb teuer.

Ein adaptives Modell, dessen Struktur sich mit dem Ereignis materialisiert: ein Datenobjekt, ein Ablauf-Mechanismus (die laufzeit-zusammengesetzte OMCL), progressive Materialisierung nach Eskalationsstufe und Befund.

Dokumentation ist die immer vorhandene Basis; Disposition und Führung schalten sich nach Bedarf zu. So vereint sich „Lagebild vor Aktion" mit „Handeln vor Dokumentieren".

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Die zentrale Herausforderung

Das Ereignis-Spektrum S0–S3

Folgt der VDV-722-Eskalationsleiter: Regelbetrieb → Störung → Notfall → Krise → Katastrophe.

S0

Reine Dokumentation

Erfassen, kategorisieren, weiterleiten, Erledigung nachhalten. 1 Person, kein Drehbuch.

S1

Störung mit Disposition

Erfassung, Maßnahmen, Fahrgast- und Beteiligten-Info, einfacher 3-Phasen-Ablauf.

S2

Notfall

Externe Kräfte, mehrere Maßnahmen, Eskalation, abgestufte Information.

S3

Krise / Großereignis

Parallele Disponentenbearbeitung, volle VDV-722-Führung, ein Master.

Dieselbe Maske, dasselbe Drehbuch, dieselbe Benachrichtigungs-Engine, doppelt vorhanden: im UserClient (Erfassung/Bearbeitung) wie im AdminClient (Konfiguration).

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Fachliche Basis

VDV-722-Fundament

VDV 722 ist Methodik; die Leitsystem-Technik (Disposition im Fahrbetrieb) ist ITCS-Domäne (VDV 730).

3 Phasen Rot / Gelb / Grün
Disponieren ↔ Informieren
ECL / MCL / OMCL
Eskalationsstufen S0–S3
eine Liste, ein Griff
ITCS via VDV 730
Admin-Bausteine

ECL + MCL

  • ECL (ereignisbezogen): „was ist passiert"
  • MCL (maßnahmenbezogen, ortsunabhängig)
  • wiederverwendbar, getrennt gepflegt
Laufzeit

OMCL

  • ortsspezifisch kombiniert
  • die eine Arbeitsliste je Vorgang
  • = unser Drehbuch je Kategorie/Abschnitt
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Datenmodell-Kern

Schlankes Stammgerüst, Variables als Subentities

Betriebsereignis (Subsystem-Entity) Stammfelder: Erfasser, Melder, Kategorie, Eskalationsstufe, Phase, Linie/Abschnitt, Ort, Fahrzeug, Status, Zeitpunkt(e), Audit Befundfelder: kategorie-/befundabhängig (Field-Rules) DrehbuchInstanz → DrehbuchSchritt[] (die OMCL) Maßnahme[] / Empfänger[] / NotificationLog[] Anhang[] / Beteiligte[] / Kommentar[] / Audit Meldungscontainer (Vorfall) Betriebsereignis[] (Hauptmeldung + Folgemeldungen → Baum)

Leit-Attribut Eskalationsstufe steuert mit dem Befund Maskenumfang, Drehbuch-Tiefe, Benachrichtigungs-Profile und Rollenmodus. Der Meldungscontainer ist das Fundament für den chronologischen, systemübergreifenden Bericht.

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Die drei Tätigkeiten

Erfassung · Disposition · Information

UserClient

Erfassung: adaptive Maske

  • zeigt nur, was zum Befund passt; wächst mit
  • Field-Rules V2 + bedingte Subdialog-Reiter
  • Lagebild-Panel aus Ableitungen (ohne Mehraufwand)
  • Maske ordnet sich nach Eskalationsstufe neu (Stress-Modus)
  • Zeit und Ort als Kontextvariablen
Disposition

Maßnahmen (MCL)

  • Struktur: Anwendbarkeit · Ausgangssituation · Ziel · Handlungskette
  • Muss/Kann; Phasen Rot/Gelb/Grün
  • Typ-Profile + Zuständigkeits-Resolver (Ort+Zeit)
  • regelbasierte Vorschläge (KI optional, V2)
  • Dispositions-Katalog als ITCS-anbindbare Schritte
Information

Benachrichtigungen

  • mehrere Kanäle; Empfänger werden automatisch bestimmt; jede Meldung bleibt nachvollziehbar
  • Beteiligte vs. Fahrgastinformation
  • Erst- → Haupt- → Schlussinformation je Phase; Wiederholung
  • Versand-Zeitpunkt: auch im Verlauf, nicht nur bei Abschluss
immer aktiv

Dokumentation

  • strukturierte, kategorisierte Erfassung jedes Vorfalls
  • Erledigungscontrolling + Wiedervorlage
  • singuläre Datenquelle, unternehmensübergreifender Datenfluss
  • chronologischer, systemübergreifender Bericht
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AdminClient

Konfigurationsmodell: einfach und nachvollziehbar

Modulare Bausteine, eine zusammengesetzte Laufzeit-Liste.

BEFUND-BLOCK

Eine Admin-Klammer

Pro Kategorie wenige Befund-Blöcke: Auslöser-Bedingung führt zu einem Bündel aus Feldern, Reitern, Maßnahmen, Benachrichtigungen und Schritten. Der Admin denkt in „Was passiert bei Befund X".

RESOLVER

Flexibilität eine Ebene tiefer

Je Wirkung: Zeit und Ort (Resolver), Rolle (Verantwortlicher), Phase, Versand-Zeitpunkt. Der Block bleibt einfach, die Flexibilität sitzt in wiederverwendbaren Resolvern.

COCKPIT

Kategorie-Cockpit

Ein zentraler Zugang bündelt Maske, Drehbuch, Maßnahmen- und Empfänger-Regeln, Vorschläge, Ablauf.

SIMULATOR

Drehbuch-Simulator

Eingabe-Befund → Vorhersage der OMCL (read-only) + Regel-Trace + What-if. Nutzt denselben Evaluator wie der Produktivbetrieb.

Admin-Aufwand skaliert mit der Kategorie: S0-Doku-Kategorie fast keine Konfiguration; S3-Kategorie bekommt Befund-Blöcke, MCL-Verknüpfungen, Phasen, Eskalation.

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Gegen Code verifiziert

Build-Gap: Fundament weitgehend vorhanden

vorhanden (12)

Wiederverwendbar

  • Field-Rules V2 · UdmFilterGroup · DataField-Vererbung
  • ColumnEnrichment · UdmAction · DynamicCode
  • UdmJob/Scheduler · Live-Change · Anhänge
  • CompanyDivision · DevExpress-Berichte+Versand · VDV-452
neu zu bauen (4)

Neu zu bauen, Risiken zuerst

  • Drehbuch-/OMCL-Engine (höchstes Risiko)
  • Maßnahmen-Modell
  • Meldungscontainer (Parent-Child-Baum)
  • Zuständigkeits-Resolver (Ort+Zeit)

Dazu rund 6 Vorstufen zum gezielten Ausbau (Benachrichtigungs-Engine, Schweregrad-Modell, Simulator, Erledigung/Wiedervorlage, bedingte Reiter, Erinnerung). Die adaptive Maske ist überwiegend Komposition vorhandener Bausteine.

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Durchspiel-Beispiele

Vier Ereignisse über das Spektrum

S0
Defekter Automat
reine Dokumentation
Minimal-Maske, Standardempfänger Fachabteilung, Erledigungscontrolling. Die schwere Maschinerie bleibt unsichtbar.
S1
Türstörung
Störung mit Disposition
Befund blendet Felder ein; eine MCL „Fahrzeugtausch/Werkstatt" als Drehbuch-Schritt; Standardempfänger Werkstatt.
S2/S3
Unfall Personenschaden
Notfall bis Großereignis
Rot (Stopp Folgefahrten, Erstinfo) → Befund-Block Personenschaden (Polizei/Rettung via Resolver) → Gelb (SEV, Hauptinfo) → parallele Bearbeitung → Grün + Container + Chrono-Bericht.
S2/S3
Oberleitungsschaden
ortsbezogenes Großereignis
Streckenabschnitt zieht die ortsspezifische OMCL; Gefahr durch Strom bannen; Fahrleitungsmeister via Resolver; längere Sperrung.

Dieselbe Maske, dasselbe Drehbuch, dieselbe Benachrichtigungs-Engine, nur dass sich durch Eskalationsstufe und Befund die volle VDV-722-Choreografie materialisiert.