DVG-Meldewesen · Fachliche Basis (intern)

VDV 722 → UDM-Drehbuch

Eigene, copyright-sichere Übersetzung der VDV-722-Systematik auf die UDM-Drehbuch-Engine. Gegen den lizensierten Volltext (12/2015) verifiziert.
Einzelplatzlizenz · keine Norm-Auszüge nach außen
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Einordnung

Methodik, nicht Technik

VDV-Schrift 722 „Strukturiertes Störungsmanagement" (12/2015) ist eine Best-Practice-Empfehlung für Bus- und Bahn-Leitstellen. Sie beschreibt Methodik und Arbeitsweise, ausdrücklich nicht die funktionalen Anforderungen an das Leitsystem.

VDV 722 (Methodik)

  • Wie soll wann was getan werden
  • Phasenmodell, strukturierte Checklisten
  • Dokumentation, Fahrgastinfo-Struktur
  • → UDM setzt das um

VDV 730 (Technik)

  • Welche Funktionen muss das ITCS bieten
  • Disposition im Fahrbetrieb (Kurzwende, Umleitung …)
  • → wird als Schnittstelle angebunden
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§2.3.1

3-Phasen-Modell → Drehbuch-Phasen

VDV 722KerngedankeUDM-Drehbuch
RotphaseLeib und Leben zuerst → „Stopp Folgefahrten" → ErstinformationRot · Sofortmaßnahmen
GelbphaseMachbaren Ersatzzustand herstellen und nachsteuernGelb · Geordneter Ersatzzustand
GrünphaseRückführung in Normalbetrieb (anspruchsvollste Phase)Grün · Rückführung und Abschluss
§5 DokumentierenEreignis protokollieren, Erledigung nachhaltenNachgelagerte Stufe Dokumentation

„Leib und Leben zuerst" ist der Safety-First-Grundsatz innerhalb der Rotphase, keine separate Zieldimensions-Achse. Schneller Übergang Rot→Gelb bei klarer Lage ist erlaubt.

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§6 Checklisten

ECL / MCL / OMCL → Drehbuch-Bausteine

VDV 722BedeutungUDM-Pendant
ECLEreignis-Checkliste: „was ist passiert" (Diagnose)Ereignisbezogene Bausteine + Field-Rules
MCLMaßnahmen-Checkliste, ortsunabhängigWiederverwendbare Maßnahmen-Bausteine
OMCLOrtsspezifisch kombiniert → eine ArbeitslisteDas Drehbuch je Kategorie/Abschnitt
Norm-Grundsatz §6.1.2: „genau eine Checkliste, ein Griff, nichts vergessen."

Admin-Seite pflegt ECL/MCL modular; die Laufzeit setzt daraus automatisch die eine OMCL zusammen (Spalte „Quelle" macht die Herkunft jedes Schritts sichtbar). Ortsauflösung über Streckenabschnitte (§6.5) → Ort-Resolver.

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§4 Fahrgastinformation

Information je Phase + MCL-Struktur

PhaseInformationUDM
RotErstinformation: ~3 Min, knapp, ohne DetailsBenachrichtigungs-Schritt, Textkonserve
GelbHauptinformation: Details, laufend angepasstTemplate + Platzhalter, Wiederholung ~5 Min
GrünSchlussinformation: StörungsendeBenachrichtigungs-Schritt

MCL-Grobstruktur (§6.3.1) → Datenmodell: Anwendbarkeit (Aktivierungs-Regel), Ausgangssituation, Ziel, Handlungskette (Schritt 1..n inkl. Info-Schritten). 7-W-Leitfaden, Phraseologie und Wortinventar als zentrale Textbausteine.

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§5 / Anhang 1

Dokumentation und Eskalationsstufen

§5 Dokumentieren

Verankerung der DVG-Anforderungen

  • kategorisiert, strukturiert; automatisierte Eingaben
  • „singuläre Datenquelle" → Meldungscontainer
  • chronologischer, systemübergreifender Bericht („Nonplusultra")
  • Erledigung/Quittung + Wiedervorlage → Weg zum IMS/EMS
Anhang 1 (VDV-Mitt. 7018)

Eskalationsstufen

  • Regelbetrieb → Störung → Notfall → Krise → Katastrophe
  • Notfall: externe Kräfte; Krise/Katastrophe: Krisenstab
  • → normverankertes Severity-Modell (ersetzt ad-hoc „Kritisch")

Parallelisierung (§6.6): mehrere Disponenten an einer Checkliste, ein Master, Zuständigkeiten nicht zu starr → UDM Live-Change + Master-Rolle + rollengefilterte Sicht.

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Differenzierung

VDV-722-Methodik vollständig umgesetzt und darüber hinaus

Vollständig umgesetzt (Methodik)
3 Phasen Rot/Gelb/Grün
ECL/MCL/OMCL
Fahrgastinfo Erst/Haupt/Schluss
Dokumentation §5
Eskalationsstufen
Mehrwert über die Norm hinaus
Konfigurations-Simulator
Hauptadmin-Autonomie
adaptive Einzel-Maske
systemübergreifender Bericht
KI-Ersterfassung
GIS-Ort-Resolver

Belastbar: „VDV-722-Methodik vollständig, Technik via VDV-730-Schnittstellen, plus Mehrwert." Der Dispositions-Maßnahmen-Katalog (§3) wird als ITCS-anbindbare Checklisten-Schritte abgebildet.