DVG / DVV · Termin-Vorbereitung Seven2one
VERTRAULICH (kammerer.it ↔ seven2one)

Die Betriebsdokumentation der DVG

Eine fachliche Einführung: was die DVG heute macht, wer daran beteiligt ist und welche Daten dabei fließen. Als Grundlage für das gemeinsame Bild UDM und Questra.
DVG · Seven2one · kammerer.it Stand 23.07.2026
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Ausgangslage

Was die DVG heute macht

Die Leitstelle dokumentiert jedes Betriebsereignis: vom defekten Fahrscheinautomaten bis zum Unfall mit Personenschaden.

Die DVG betreibt den Straßenbahn- und Busverkehr in Duisburg, gemeinsam mit Subunternehmen. Alles, was im Betrieb vom Plan abweicht, wird in der Betriebsdokumentation erfasst: Störungen, Unfälle, Sperrungen, Ausfälle, besondere Vorkommnisse. Leitsatz der DVG: Haupteintragungen erfolgen durch die Leitstelle.

Dafür läuft seit vielen Jahren das System NettroBME. Es ist fachlich tief eingearbeitet und deckt den Alltag zuverlässig ab, seine Technologie-Generation setzt aber Grenzen bei Erweiterung, Bedienung und Integration. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt an: Ablösung durch eine UDM-Lösung, Zielkorridor Produktivstart 01.01.2027. Ein Vorteil für das Projekt: die fachliche Substanz von NettroBME ist auf unserer Seite vollständig bekannt, der Ist-Funktionsumfang ist der Maßstab der Ablösung.

24/7
Leitstellen-Betrieb, Mehrbenutzer, revisionssicher
1:1
bestehende Kategorien werden übernommen
~10–15
Basis-Berichtslayouts, dazu viele konfigurierte Varianten
On-Prem
Betrieb bei der DVG, Anmeldung per Active Directory
2
Der Prozess

Der Meldungsfluss: von der Meldung zum Bericht

Sechs Schritte, die jedes Betriebsereignis durchläuft. Je nach Schwere in Sekunden oder über Stunden.

  1. Ereignis tritt ein. Der Fahrer meldet per Funk oder Telefon, ein technisches System liefert eine Ticker-Meldung (ITCS, VicosRSC), oder ein Mitarbeiter meldet direkt.
  2. Die Leitstelle erfasst. Kategorie, Ort, Zeit, Linie/Kurs/Fahrzeug, Beteiligte. Die Kategorie bestimmt, welche Felder und Pflichtangaben die Erfassungsmaske zeigt.
  3. Disposition. Maßnahmen werden eingeleitet und dokumentiert: Folgefahrten anpassen, Ersatzverkehr (SEV), externe Kräfte (Polizei, Feuerwehr, Werkstatt). Zeitstempel sind nachtragbar, der Leitstellenalltag geht vor.
  4. Information. Je Kategorie gibt es Standardempfänger, dazu individuell gewählte. Versand auch mehrfach im Verlauf eines Ereignisses, nicht nur am Ende.
  5. Folgemeldungen und Container. Fachabteilungen ergänzen eigene Beiträge zum selben Vorfall: ein Vorfall, viele zugeordnete Meldungen, als Baum statt flacher Liste.
  6. Abschluss und Auswertung. Erledigungscontrolling, Tagesprotokoll, Berichte (bis zum chronologischen Gesamtbericht eines Vorfalls), Statistik und Export an den Verkehrsverbund (VRR).

Beteiligte neben der Leitstelle: Verkehrsmeister vor Ort, Fachabteilungen (Technik, Werkstatt, Betriebshöfe), Verwaltung und die Subunternehmen im Busverkehr.

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Die fachliche Spannweite

Das Ereignis-Spektrum S0–S3

Die zentrale fachliche Anforderung: dasselbe System trägt die Bagatelle in Sekunden und die Großlage mit voller Führung nach VDV 722.

S0

Reine Dokumentation

Defekter Automat, Störung ohne Betriebsauswirkung. Minimal-Maske, Standardempfänger, Erledigung.

S1

Störung mit Disposition

Türstörung, kurze Sperrung. Befundabhängige Felder, einzelne Maßnahme, einfacher Ablauf.

S2

Notfall

Unfall mit Personenschaden, Oberleitungsschaden. Externe Kräfte, mehrere Maßnahmen, abgestufte Information.

S3

Krise / Großereignis

Parallele Bearbeitung durch mehrere Disponenten, volle Führung nach VDV 722, ein führender Vorfall.

Fachliche Grundlage ist die VDV-Schrift 722 (Strukturiertes Störungsmanagement). Die wichtigsten Kategorien zum Start: Unfall mit Personenschaden (Straßenbahn/Bus) und Oberleitungsschaden.

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Systemlandschaft

Welche Daten fließen

Die Betriebsdokumentation lebt von Daten aus Nachbarsystemen. Für das Zusammenspiel mit Questra ist diese Landkarte der wichtigste Teil.

ITCS- / VicosRSC-Ticker
VDV 453/454, Störungs- und Ist-Meldungen aus dem Leitsystem
Sollfahrplan (VDV-452)
Linien, Kurse, Umläufe: Grundlage für Ausfall-Ermittlung und SEV
Stammdaten
Fahrzeuge, Personal, Haltestellen, Subunternehmen
Betriebsdokumentation
Erfassung, Disposition, Information, Container, Erledigung
Empfänger
Mail-Verteiler je Kategorie, Versand im Verlauf
Berichte & Tagesprotokoll
chronologischer Vorfallsbericht, Statistik, Power BI
VRR-Export
XML an den Verkehrsverbund

Betriebsrahmen bei der DVG

Betrieb on-premise im Haus, Anmeldung über Active Directory, revisionssichere Dokumentation. KI-Dienste dürfen produktiv nicht eingesetzt werden.

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UDM × Questra

Themen für den Termin

Die Lösung entsteht auf Basis von UDM und Questra. Die Verteilung von Datenhaltung, Prozessen und Schnittstellen legt der gemeinsame Architektur-Workshop (M0) fest.

Das steht schon

  • UDM ist bei der DVG produktiv im Einsatz (mehrere Fach-Apps)
  • Anbindung UDM ↔ Questra per GraphQL auf der DVG-Entwicklungsumgebung erprobt: Lesen, Schreiben, Anlegen von Inventaren
  • VDV-452-Import (Sollfahrplan) in UDM weit fortgeschritten
  • Fachkonzept Betriebsereignis-Management steht, gegen VDV 722 verifiziert

Das klären wir gemeinsam

  • Verteilung Datenhaltung / Prozesse / Schnittstellen zwischen UDM und Questra
  • Betriebsmodell: Questra im On-Premise-Rahmen der DVG oder gehostet
  • Authentifizierung: Active Directory der DVG ↔ Authentik, Service-Zugänge
  • Welche Nachbarsysteme docken wo an (Ticker, Sollfahrplan, Stammdaten)
  • Zeitplan: Mindestumfang produktiv bis Ende 2026

Empfehlung für den Termin: erst das fachliche Bild (diese Seite plus Lastenheft), dann die Architekturfragen. So bleibt die Diskussion an den Prozessen der DVG ausgerichtet.

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Ausblick

Weitere DVG-Prozesse

Die Betriebsdokumentation ist der Leuchtturm. Daneben gibt es weitere Prozesse, die auf dieselbe Plattform-Basis aufsetzen und Daten aus Quellsystemen brauchen.

Fahrdienst

Personalprognose

  • Ablösung einer monatlichen Excel-Rechnung
  • Abgleich der Personalbestände aus SAP/PSDI und Perdis
  • Prinzip: Bestände aus Quellsystemen lesen, nur Planwerte erfassen
in Umsetzung

Qualifikations- & Schulungsverwaltung

  • Qualifikationen, Unterweisungen, Lehrgänge des Fahrpersonals
  • wird bereits in UDM umgesetzt
  • Andockpunkt für Lehrgänge aus der Personalprognose
Subunternehmen

Ausfahrtenliste Unternehmer

  • Ausfahrten der Subunternehmen im Busverkehr
  • Grundlage: Sollfahrplan (VDV-452) und Umlauf-Zuordnung
  • verbindet sich mit der Ausfall-Ermittlung des Meldewesens

Für Questra heißt das: je mehr Prozesse auf der Plattform laufen, desto wertvoller wird eine konsolidierte Datenhaltung über Abteilungsgrenzen hinweg.

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Zur Vorbereitung

Dokumente

Zur Vorbereitung reichen diese Seite und das Lastenheft. Wer tiefer einsteigen will, findet hier den ganzen Konzept-Stand.

DVG-Lastenheft (PDF)
Das Lastenheft der DVG zum Betriebsmeldungs-System (Stand 17.04.2024). Die fachliche Anforderungsbasis aus Sicht der DVG.
herunterladen →
Grundkonzept
Das skalierende Modell S0–S3: Datenmodell, Konfigurationsmodell, Durchspiel-Beispiele.
öffnen →
Lastenheft-Abgleich
Das DVG-Lastenheft Punkt für Punkt gegen das UDM-Konzept.
öffnen →
DVG-Anforderungen
Die Anforderungen aus den DVG-Gesprächen: Kategorien, Ticker, Sollfahrplan, Maßnahmen, Container, Berichte.
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Schnittstellen
Geplante Naht zu ITCS und Fahrgastinformation: eingehend Ticker/Sollfahrplan, ausgehend Maßnahmen/Fahrgastinfo.
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Konzept-Übersicht
Der Hub mit allen Projektdokumenten, inklusive VDV-722-Mapping und Feinkonzepten.
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