Die Leitstelle dokumentiert jedes Betriebsereignis: vom defekten Fahrscheinautomaten bis zum Unfall mit Personenschaden.
Die DVG betreibt den Straßenbahn- und Busverkehr in Duisburg, gemeinsam mit Subunternehmen. Alles, was im Betrieb vom Plan abweicht, wird in der Betriebsdokumentation erfasst: Störungen, Unfälle, Sperrungen, Ausfälle, besondere Vorkommnisse. Leitsatz der DVG: Haupteintragungen erfolgen durch die Leitstelle.
Dafür läuft seit vielen Jahren das System NettroBME. Es ist fachlich tief eingearbeitet und deckt den Alltag zuverlässig ab, seine Technologie-Generation setzt aber Grenzen bei Erweiterung, Bedienung und Integration. Genau hier setzt das gemeinsame Projekt an: Ablösung durch eine UDM-Lösung, Zielkorridor Produktivstart 01.01.2027. Ein Vorteil für das Projekt: die fachliche Substanz von NettroBME ist auf unserer Seite vollständig bekannt, der Ist-Funktionsumfang ist der Maßstab der Ablösung.
Sechs Schritte, die jedes Betriebsereignis durchläuft. Je nach Schwere in Sekunden oder über Stunden.
Beteiligte neben der Leitstelle: Verkehrsmeister vor Ort, Fachabteilungen (Technik, Werkstatt, Betriebshöfe), Verwaltung und die Subunternehmen im Busverkehr.
Die zentrale fachliche Anforderung: dasselbe System trägt die Bagatelle in Sekunden und die Großlage mit voller Führung nach VDV 722.
Defekter Automat, Störung ohne Betriebsauswirkung. Minimal-Maske, Standardempfänger, Erledigung.
Türstörung, kurze Sperrung. Befundabhängige Felder, einzelne Maßnahme, einfacher Ablauf.
Unfall mit Personenschaden, Oberleitungsschaden. Externe Kräfte, mehrere Maßnahmen, abgestufte Information.
Parallele Bearbeitung durch mehrere Disponenten, volle Führung nach VDV 722, ein führender Vorfall.
Fachliche Grundlage ist die VDV-Schrift 722 (Strukturiertes Störungsmanagement). Die wichtigsten Kategorien zum Start: Unfall mit Personenschaden (Straßenbahn/Bus) und Oberleitungsschaden.
Die Betriebsdokumentation lebt von Daten aus Nachbarsystemen. Für das Zusammenspiel mit Questra ist diese Landkarte der wichtigste Teil.
Betrieb on-premise im Haus, Anmeldung über Active Directory, revisionssichere Dokumentation. KI-Dienste dürfen produktiv nicht eingesetzt werden.
Die Lösung entsteht auf Basis von UDM und Questra. Die Verteilung von Datenhaltung, Prozessen und Schnittstellen legt der gemeinsame Architektur-Workshop (M0) fest.
Empfehlung für den Termin: erst das fachliche Bild (diese Seite plus Lastenheft), dann die Architekturfragen. So bleibt die Diskussion an den Prozessen der DVG ausgerichtet.
Die Betriebsdokumentation ist der Leuchtturm. Daneben gibt es weitere Prozesse, die auf dieselbe Plattform-Basis aufsetzen und Daten aus Quellsystemen brauchen.
Für Questra heißt das: je mehr Prozesse auf der Plattform laufen, desto wertvoller wird eine konsolidierte Datenhaltung über Abteilungsgrenzen hinweg.
Zur Vorbereitung reichen diese Seite und das Lastenheft. Wer tiefer einsteigen will, findet hier den ganzen Konzept-Stand.